Gefahr für Kinder auf dem Brückenspielplatz: Grüne fordern sofortige Schutzmaßnahmen

Radverkehr mitten durch die Spielfläche gefährdet spielende Kinder – Grüne fordern sofortiges Handeln und bringen neuen Antrag in den Ortsbeirat 5 ein

Der Brückenspielplatz zwischen Gutzkowstraße und Schifferstraße soll ein sicherer Ort für Kinder sein. Doch statt ungestört spielen und toben zu können, müssen Kinder und Eltern dort jederzeit mit durchfahrenden Fahrrädern, E-Bikes, Lastenrädern und E-Scootern rechnen. Die Grünen im Ortsbeirat 5 wollen diese Situation nicht länger hinnehmen und fordern konkrete Maßnahmen, um die Sicherheit der Kinder unmittelbar zu verbessern.

Für viele Familien in Sachsenhausen ist der Brückenspielplatz einer der wenigen Orte, an denen Kinder frei spielen können. Das dicht bebaute und stark vom Autoverkehr belastete Viertel bietet nur wenige geeignete Freiflächen. Deshalb hat die Stadt bereits 1975 einen Abschnitt der Brückenstraße bewusst für den Fahrverkehr gesperrt, um dort einen Straßenspielplatz zu schaffen.

Heute wird die Spielfläche jedoch regelmäßig als Durchfahrtsstrecke genutzt. Neben Fahrrädern und E-Bikes sind dort auch schwere Lastenräder, E-Scooter und Lieferdienste unterwegs. Moderne E-Bikes können höhere Geschwindigkeiten erreichen und sind häufig deutlich schwerer als herkömmliche Fahrräder. Gerade auf einer Spielfläche, auf der Kinder spontan loslaufen oder unvermittelt die Richtung wechseln, erhöht das das Risiko gefährlicher Zusammenstöße. Im unmittelbar nördlich angrenzenden Abschnitt hat die Stadt rund 960 Radfahrende pro Tag gezählt. Die Elterninitiative Sachsenhausen berichtet immer wieder von brenzligen Situationen.

„Kinder sind klein, sie rennen los, ohne zu gucken. Das ist ja gerade das Schöne am Kindsein“, sagt Cary Drud, Ortsbeiratsmitglied der Grünen im Ortsbezirk 5. „Ein schweres E-Bike oder ein Lastenrad kommt da nicht rechtzeitig zum Stehen. Wir wollen nicht warten, bis etwas passiert.“

Bereits im Februar 2026 hatten die Grünen beantragt, die Fahrradroute vom Spielplatz in die parallel verlaufende Bodenstedtstraße zu verlegen. Der Magistrat lehnte eine vollständige Verlegung im Juli ab und stellte lediglich eine ausgeschilderte Alternativroute in Aussicht. Zur Begründung hieß es, die Durchfahrt sei „zu vielen Zeiten kein Problem“. Die Erfahrungen der Eltern vor Ort zeichnen ein anderes Bild.

Denn die Situation belastet nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern. Wer auf dem Spielplatz ist, sollte seine Kinder spielen lassen können, ohne ständig den Durchgangsverkehr im Blick behalten und jederzeit mit gefährlichen Begegnungen rechnen zu müssen. Ein sicherer Spielraum bedeutet auch, dass Eltern ihre Aufmerksamkeit nicht permanent auf herannahende Fahrräder und E-Scooter richten müssen, sondern ihre Zeit mit den Kindern entspannter verbringen können.

Deshalb bringen die Grünen zur nächsten Sitzung des Ortsbeirats 5 einen neuen Antrag ein. Dieser sieht zwei konkrete Schritte vor:

  • Sofortige Schutzmaßnahmen: Gut sichtbare Schilder und Bodenmarkierungen an beiden Zugängen sollen Radfahrende auffordern, abzusteigen und ihr Rad durch den Spielplatz zu schieben.
  • Bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung: Pflanzkübel, Sitzgelegenheiten oder Spielelemente sollen das zügige Durchfahren verhindern. Dabei muss sichergestellt bleiben, dass Kinderwagen, Rollstühle und Rettungsdienste den Bereich weiterhin problemlos passieren können.

Darüber hinaus soll der Magistrat innerhalb von drei Monaten die rechtlichen Grundlagen klären. Insbesondere soll geprüft werden, ob die Sperrung des Abschnitts aus dem Jahr 1975 auch das Radfahren ausschließt und welche Bedeutung eine in Planungsunterlagen aus dem Jahr 1988 erwähnte „Fahrradtrasse“ für die heutige Situation hat.

„Ja, wir sind die Fahrradpartei, und das bleiben wir auch“, betont Cary Drud. „Aber gute Radpolitik heißt nicht, dass das Rad überall Vorfahrt hat. Sichere Wege fürs Rad und sichere Spielräume für Kinder sind kein Widerspruch. Auf Dauer gehört der Radverkehr um den Spielplatz herum, nicht mitten hindurch.“

Die Fraktionsvorsitzende Natalie Becker ergänzt: „Kinder müssen sich bewegen, entdecken und spielen können, ohne ständig aufpassen zu müssen, ob ein Fahrrad oder ein schweres E-Bike auf sie zukommt. Und auch Eltern brauchen die Möglichkeit, ihre Kinder auf dem Spielplatz spielen zu lassen, ohne permanent in Sorge zu sein und jede Bewegung im Blick behalten zu müssen. Es darf nicht erst zu einem Unfall kommen, bevor die Stadt handelt. Wir wollen, dass Kinder sicher spielen und ihre Kindheit unbeschwert erleben können. Dafür setzen wir uns ein – und wir bleiben dran.“

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